Start

Neueste Nachrichten

Meist gelesen

Willkommen im Kirchengemeindeverband Seebergen

Unsere Jahreslosung für 2016:

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Jesaja 66,13 (L)

 

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich auf dem Weg nach Gotha, ich fahre die lange Hauptstraße entlang. Plötzlich kommen mir Autos entgegen, die mir mit dem Scheinwerfern zublinken. Einmal, zweimal… „Aha“, denke ich, „die wollen mich warnen! Scheinbar steht da, für mich noch nicht sichtbar, der Blitzerkasten der Polizei.“ Und so nehme ich diese Warnung dankbar an. Wie solidarisch, einfach so, diese freundlichen Hinweise, ohne dass ich auf die Schnelle klären kann, ob ich die Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge kenne. Es gibt sie also doch noch, diese verbindende, hilfreiche Kommunikation, die Gemeinschaft stiftet.

Manchmal drängt sich der Eindruck auf, es wird immer schwerer, sich zu verständigen.Trotz moderner technischer Hilfsmittel wie: Whats up, facebook… Ich bin ja mit dem Nutzen der E-Mail Möglichkeiten schon wieder fast altmodisch. Kommunikation per Telefon? Trotz toller Handys scheint es, dass es immer schwieriger wird, Dinge gut abzusprechen. Es ist einfach zu viel. Jeder, der beruflich unterwegs ist, kennt diese Belastung, die manchmal über die Kräfte geht. Dann will man am liebsten gar nichts mehr hören und sehen. Ende der Kommunikation?

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“ sagt der österreichisch-amerikanischer Kommunikations-wissenschaftler, Psychotherapeut, Soziologe, Philosoph und Autor Paul Watzlawick (1921-2007) .

Das heißt wohl auch: Wenn ich schweige oder mich zurückziehe, auch das ist eine Art Sprache, die gehört werden will. Erschöpfung, nicht Verstanden werden, das schreit doch gen Himmel! Menschen sind Beziehungswesen. Mehr oder weniger brauchen wir den Andern, die Andere. Mehr oder weniger wachsen wir gerade im Austausch mit dem Gegenüber, entwickeln uns weiter…

Aber was ist, wo Kommunikation abgebrochen ist? Das kennen wir ja auch in vielfacher Hinsicht. Meist ist das sehr schmerzhaft.

Wie gut, dass wir, solange wir leben, nach Möglichkeiten ausschauen, um Kommunikation wieder zu entwickeln. Das heißt, wir können immer wieder einen neuen Anfang suchen, sich verständlich zu machen, Bedürfnisse zu benennen und eben auch zu hören, was der oder die Andere zum Leben braucht. Auch das ist für mich Ostern!

Gott hört nicht auf zu hoffen, dass wir unser Leben trotz aller Hürden bewusst gestalten. Manchmal braucht es dazu auch Hilfe von außen. Wie beim Blinken des Scheinwerfers im richtigen Augenblick! Dumm, wenn ich den ignoriere! Also, schau´n Sie mal, wo Gott Ihnen solche Zeichen schenkt: Hier mach mal langsam! Dort setzt dich ein! Da wirst du gebraucht. Und indem du dich hinaus wagst, wirst du gewinnen!

Wir leben immer noch von Ostern her kommend, dem Fest des neuen Lebens, das Gott möglich macht. Getrost dürfen wir auch sehr ehrlich mit Gott kommunizieren, beten… vielleicht so:

Gott, ich brauch dich jetzt. Hilf mir neu auf den Weg. So betet auch oft, Ihre Pastorin

Anette Denner